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Tante Inge zockt in Dortmund und verkuppelt Jung & Alt

Alex, Inge, Herr Blum

von Kristina Sobiech, Caritas Dortmund

Die Cafeteria im Altenzentrum St. Antonius in Dortmund ist der neue Treffpunkt für “Tante Inge”. Der Caritasverband Dortmund hat bereits zwei Mitarbeiterinnen, die sich für das Miteinander der Generationen im Sinne von Tante Inge stark machen: Vanessa Kempf, Leitung der sozialen Betreuung im Antonius Haus und Kristina Sobiech vom „projekt gemeinsam“. Gemeinsam organisierten sie mit Unterstützung vom Tante Inge Team aus Berlin den ersten Spielenachmittag „Tante Inge zockt“, um vor allem den Bewohnern eine Freunde zu machen.

Am Montagnachmittag warteten bereits 16 Bewohnerinnen und Bewohner des Antonius Haus gespannt auf diese Tante Inge, die mit Spielen im Gepäck die jungen Menschen zu ihnen bringen soll. Alexandra (22), studiert in Dortmund Sonderpädagogik, ist die erste, die sich zu Inge (88), Martha (101) und Werner (87) setzt und Mensch-ärgere-dich-nicht zockt. Sie war auch schon bei „Tante Inge backt“ dabei und hofft weiter auf ein Tandem und hat mit den neuen Spielerfreunden Telefonnummern ausgetauscht. Um Punkt halb 5 stand Martha auf und sagte: „Ich gehe duschen“. So ist das auch im Altenzentrum, feste Zeiten, feste Rituale und wenn‘s zum Duschen geht, dann lässt sie sich von einer Tante Inge auch nicht davon abhalten. Und die 101 Jahre sieht man der gebürtigen Hamburgerin nicht an!

Die FSJlerin Elena (18) hat sich auch Zeit für Tante Inge genommen und spielt mit Gertrud (93), Bernhard (77) und Renate (78) an einem Tisch. Sie kennt die Bewohnerinnen und Bewohner natürlich schon sehr gut und hat beim Auf-und Abbau geholfen. Genauso wie ihr Kollege der BuFDi Richard (20), der sich bei Waltraud (82), Helmine (90), Liselotte (91) und Elisabeth (89) dazugesetzt hat.

Zwei ganz besondere Gäste sind Rebecca (27) und Marie (21). Die sind von der Zeitschrift Coolibri und wollten eigentlich nur kurz vorbeischauen. Stattdessen setzen sie sich zu Alicia (19), Maria (86), Heinz (82) und Margaretha (82) und bleiben den ganzen Nachmittag im Antonius Haus und spielen Mau-Mau. Margaretha hat noch nie Karten gespielt und hat richtig Spaß daran Mau-Mau zu lernen.


Wie gut eine Freundschaft zwischen Jung und Alt funktionieren kann, zeigen Margot (88) und Andreas (38). Sie sind gemeinsam zum Spielenachmittag gekommen und sehen auf den ersten Blick wie eine Oma mit ihrem Lieblingsenkel aus. Aber da vertut man sich. Die beiden sind „nur“ Nachbarn. Margot ist seit kurzem nach Dortmund zu ihrer Tochter gezogen. Sie kann kaum mehr laufen und sitzt im Rollstuhl. Andreas hat letztes Jahr seine Eltern verloren und ist sehr auf sich alleine gestellt. Trotz Altersunterschied treffen sie sich oft auf einen Kaffee, lachen viel und sind füreinander da. Tante Inge sagt: Andreas und Margot, wenn ich euch zusammen sehe, wird mir ganz warm ums Herz!

Am Nebentisch sitzt Wolfgang (49) und erklärt Hedwig (94) und Maria (89) ganz geduldig Spiele wie Heckmeck und UNO. Wolfgang kommt ganz regelmäßig zum Spielenachmittag ins Jungferntal. Er kümmert sich um seine Mutter und hat daher ein Gefühl für ältere Menschen, die sich manchmal nicht mehr so gut orientieren können. Vielleicht kommt er bald wieder zum Spielen ins Caritas Altenzentrum vorbei. Vanessa Kempf erklärt: „Viele unserer Bewohner würden sich sehr über jemanden freuen, der auch nach der Aktion wiederkommt und sie besuchen möchte.“

Ein kleines Dreier Grüppchen bestehend aus Elfi (74), Elfriede (90) und Ilse (84) sitzt zusammen und spielt Rummikub. Elfi war schon der Star bei „Tante Inge strickt“ mit ihrer Strick Liesel. Sie sagt, sie sei nur ganz zufällig vorbeigekommen. Zum Schluss sitzt sie noch länger mit der Studentin Alexandra zusammen.

Die jüngste Teilnehmerin, Alicia hat sich mit Maria festgequatscht. Wir erzählen den beiden von der nächsten Aktion „Tante Inge trinkt Cocktails“ am 20. Mai im Jungferntal. Maria ist zwar noch ein wenig skeptisch und fragt wie das denn gehen solle. Aber Alicia meint nur: „Na, ich hole dich ab und wir fahren zusammen hin.“ So einfach kann’s gehen!



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